Meine 9 Gründe für’s Stricken

1. Stricken ist ein Stresskiller.

Dr. Herbert Benson von der Harvard Medical School fand heraus, dass Stricken sowohl den Blutdruck als auch den Puls senkt. Dies wiederum wirkt beruhigend und baut Stress ab. Durch rhythmische Bewegungen und monotone Abläufe ist die stresssenkende Wirkung ähnlich wie beim Yoga oder beim Meditieren. Beim Meditieren können jedoch durch das freie Laufenlassen der Gedanken Depressionen ausgelöst werden. Beim Stricken besteht diese Gefahr nicht, da der Verstand mit der Strickarbeit beschäftigt ist. Durch diesen positiven Effekt kann das Stricken auch beim Ein- und Durchschlafen helfen.

2. Stricken trainiert das Gehirn.

Stricken nimmt beide Hirnhälften in Anspruch, da eine Hirnhälfte die Bewegung der Hände koordiniert und die andere Hälfte für die Konzentration und das logische Denken verantwortlich ist. Schon beim Lesen einer Anleitung  stellt man sich vor, was beim Stricken auf einen zukommt und wie das fertige Strickstück aussehen könnte. Gerade bei schwierigen Mustern, Zu- und Abnahmen und Aufnehmen neuer Maschen wird die Konzentration enorm gefordert. Wer hat nicht schon einmal auf Fragen mit lautem Zählen geantwortet 😉 .

Außerdem werden die mathematischen Fähigkeiten trainiert. Schließlich muss man bei jedem Projekt mittels Maschenprobe ausrechnen, wie viele Maschen und Reihen man braucht und natürlich muss man immer ausrechnen wie viel Wolle man für das aktuelle Projekt benötigt.

3.  Stricken fördert das Gedächtnis.

Ein weiterer Vorteil ist die gesteigerte Gedächtnisfähigkeit. Wissenschaftler der Universität Cardiff fanden heraus, dass wenn man strickt und gleichzeitig Gelerntes abruft, dieses Wissen schneller im Langzeitgedächtnis abgespeichert wird und später schneller wieder abgerufen werden kann.

4. Stricken macht glücklich.

Stricken lenkt ab. Diesen Fakt machen sich auch Ärzte zu Nutze indem sie schwer kranken Patienten zu Handarbeit raten. Die sinnvolle Beschäftigung lenkt von Schmerzen, Problemen und unangenehmen Behandlungen ab und lässt somit Zeit schneller vergehen. Während des Strickens setzt das Gehirn Dopamin frei, wie sonst beim Essen oder Sex. Diese feelgood-Neurotransmitter schützen somit auch vor Depressionen und wirken sich positiv auf die Genesung aus.

5. Stricken trainiert das Durchhaltevermögen.

Handarbeiten helfen außerdem dabei sich auf eine Aufgabe zu fokussieren und Ziele konsequent zu verfolgen. Schließlich dauert es immer einige Zeit bis ein Werk fertig gestellt ist, auch wenn es manchmal nur ein paar Stunden sind. Größere Strickprojekte wie Decken oder Cardigans trainieren das Durchhaltevermögen. Denn solche Projekte können gerade bei aufwändigen Mustern auch mal mehrere Wochen in Anspruch nehmen. Vernäht man am Ende die letzten Fäden erfüllt es die/den StrickerIn immer wieder mit Stolz. Jedes Kompliment wird dankbar entgegen genommen und entlohnt die langwierige Arbeit.

6. Stricken macht fit.

Gut, vielleicht schafft man es mit Stricken nicht zur Bikinifigur in zehn Wochen aber die Hände werden kräftig und die Gelenke bleiben geschmeidig. Es ist ein gutes Training für die Feinmotorik und unterstützt sogar die Beweglichkeit der Gelenke bei Rheuma und Arthrose. Daher wird im Rahmen der Ergotherapie auch immer häufiger gestrickt. Aber Achtung! Während körperlicher Beschwerden sollte man unbedingt auf regelmäßige Pausen achten und es mit dem Training nicht übertreiben.

Stricken kann außerdem beim gesünderen Essen helfen. Denn wer möchte schon die teure Kaschmirwolle mit Schokofingern verschmieren. Es lenkt also vom Zwischendurch-Futtern ab und verbrennt obendrein noch 55kcal pro Stunde.

7. Stricken stärkt das Selbstvertrauen.

Die meisten stricken allein, aber sobald man seine Nadeln in der Öffentlichkeit auspackt sind die ersten neugierigen Blicke garantiert. Nicht selten wird man von anderen begeisterten StrickerInnen auf das tolle Muster, die Wolle oder aber auch auf die schicken Holznadeln angesprochen. So kommt man schnell ins Gespräch und lernt neue Leute kennen.

Mittlerweile gibt es auch zahlreiche Strickcafés in denen man sich mit Gleichgesinnten austauschen kann. Dort erntet man oft Anerkennung von Menschen, die die Arbeit, die in den Projekten steckt, sehen und zu schätzen wissen.

8. Stricken fördert die Kreativität.

Jedes Strickstück ist ein Unikat. Völlig gleich, ob man ganz genau nach einer Anleitung strickt oder man sich nur davon inspirieren lässt. Wer gerne strickt wird es kennen, man hat niemals-wirklich niemals- genug Garn. So kann schon ein Blick auf die eigene Garnsammlung tausend Ideen hervorrufen und im Laufe der Zeit entwickelt jeder seinen eigenen Stil und seine eigenen Vorlieben.  Dank der unbegrenzten Möglichkeiten kann man so seine Garderobe ganz individuell gestalten.

9. Stricken verbindet Generationen.

Die Meisten von uns haben Stricken von ihrer Mutter oder Großmutter gelernt. Ich persönlich finde den Austausch zwischen den Generationen enorm wichtig. Nicht nur um das Handwerk an sich weiterzugeben und mit aktuellen Einflüssen der Mode zu kombinieren, sondern auch um das Zwischenmenschliche zu wahren. Im hektischen Alltag findet man eher selten Berührungspunkte mit anderen Generationen. Man bewegt sich immer in den selben Kreisen. Für junge Menschen spielt das Erfahrungswissen älterer Generationen im Berufsleben sowie im Alltag kaum noch eine Rolle da der Computer diese Bereiche weitgehend verändert hat.

Umso wichtiger ist es also gemeinsame Interessen aufrecht zu erhalten und durch gemeinsame Nachmittage bei Tee (oder auch dem ein oder anderen Likör 😉 ) und Fachsimpeln über Strickmuster das Beziehungserlebnis zu intensivieren. Von dieser gemeinsamen Leidenschaft können beide Seiten profitieren.

AnnaKnopf Verfasst von:

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